
5 Fragen an Innenarchitekt Peter Joehnk/Joi Design (Foto) zum Thema „Outdoor-Planung“
1. Die Bedeutung von Außen-Bereichen in der Hotellerie und Gastronomie hat deutlich zugenommen. Woran liegt dieser Aufschwung der Outdoor-Aeras?
Da kommen sicher verschiedene Dinge zusammen. Zum einen liegt es an dem Trend „Raus in die Natur“. Gleichzeitig setzt sich die Wellness-Bewegung jetzt im Außenbereich fort. Hinzu kommt, dass drinnen nicht mehr geraucht werden darf. Das alles bedeutet, dass die Menschen sich verstärkt draußen aufhalten.
2. Immer häufiger werden Innenarchitekten damit konfrontiert, nicht nur ein Interieur-Konzept zu entwickeln, sondern auch komplette Outdoor-Bereiche zu planen. Wie meistern Sie als Innenarchitekt diese Herausforderung?
Ein Interieur-Konzept nach draußen zu übertragen ist nicht so einfach, denn man hat ja draußen keine Wände und Decken, die man gestalten kann. Aber den Charakter der Innenraumgestaltung kann man schon in den Außenbereichen übernehmen, indem man Outdoor-Möbel, Sonnenschirme usw. dem Stil des jeweiligen Hauses anpasst.
3. Worauf muss man als Planer beim Einrichten von Freiplätzen ganz besonders achten? Was sind die häufigsten Probleme, die es bei der Planung zu lösen gilt?
Das hört sich profan an, aber die erste Frage ist immer: Wem gehört der Boden, um den es geht. Handelt es sich beispielsweise um einen öffentlichen Raum wie bei einem Straßen-Café, dann kann der Straßenbelag nicht verändert werden. Das bedeutet, dass man keine Elektrozulässe oder Löcher für die Sonnenschirme in den Fußboden einlassen kann. Dieses Problem umschiffen wir dann beispielsweise, indem wir mit einem Podest arbeiten. Gehört die Außenfläche hingegen – wie bei einem Neubau – zum Haus dazu, sind die Voraussetzungen selbstverständlich besser. Dann können wir den Fußboden entsprechend gestalten und Elektrozulässe für Beleuchtung etc. lassen sich in den Boden integrieren.
4. Welches sind die wichtigsten Trends zurzeit?
Der größte Trend ist nach wie vor das Loungen. Es kommt natürlich auf die Location an, für die man plant, aber in der Regel geht es um sehr relaxtes Sitzen. Das heißt um unterschied-liche Liege- und Sitzpositionen, also einen Mix aus Sitz- und Liegemöbeln. Beispielsweise sorgen Sofas im Außenbereich, auch wenn sie viel Platz wegnehmen, für eine entspannte Atmosphäre. Eine zunehmende Rolle spielt aber auch die Beleuchtung der Fläche. Am besten ist indirekte Beleuchtung. Toll sind zum Beispiel Sonnenschirme, die sich von unten beleuchten lassen und zudem mit integrierten Heizstrahlern ausgestattet sind, wie wir sie im Lindner Park-Hotel Hagenbeck in Hamburg eingesetzt haben. Bei der Strukturierung der Außenflächen ist Phantasie gefragt. Es müssen durchaus nicht immer nur Blumenkübel sein. Auch mit Wurzelwerk, Steinen oder Felsbrocken lassen sich Flächen wunderbar gestalten.
5. Woher nehmen Sie Ihre Inspirationen?
Wir gehen natürlich auf Messen, schauen uns viele Kataloge an, überlegen, was am besten zur Location und den Gästen passt. Aber letztendlich muss man natürlich ein Gespür dafür haben, was in der Luft liegt.
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